Selbstfürsorge lernen und Therapiealltag mit Energie meistern


Wer täglich für andere Menschen da ist, braucht selbst eine verlässliche Grundlage, um mit Energie, Aufmerksamkeit und Freude arbeiten zu können. Doch gerade im therapeutischen Alltag geraten die eigenen Bedürfnisse leicht in den Hintergrund. Selbstfürsorge lernen bedeutet deshalb weit mehr, als sich gelegentlich eine Auszeit zu gönnen. Es geht darum, den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen, seine Signale zu verstehen und rechtzeitig Entscheidungen zu treffen, die die persönliche Energie und Leistungsfähigkeit unterstützen.
Selbstfürsorge im Therapiealltag: Nimmst du deine Bedürfnisse rechtzeitig wahr?
Trockene Hände bemerkst du meist schnell. Aber wie früh erkennst du, dass du im Arbeitsalltag eine Pause brauchst? David Overbeck lädt dich im Video dazu ein, deine eigenen Bedürfnisse bewusster wahrzunehmen. Außerdem erklärt er, wie das Cell-Re-Active Training Wahrnehmung, Energiebereitstellung und Bewegung aus Sicht der Methode gemeinsam betrachtet.
Warum Selbstfürsorge im Therapiealltag oft zu kurz kommt
Ein Klient benötigt mehr Zeit als vorgesehen, ein Gespräch beschäftigt dich noch nach Feierabend und zwischendurch warten organisatorische Aufgaben, die ebenfalls erledigt werden wollen. Du bist konzentriert, aufmerksam und möchtest jedem Menschen gerecht werden. Vielleicht empfindest du deine Arbeit sogar als besonders erfüllend, weil du andere auf ihrem Weg begleiten kannst.
Doch wann hast du zuletzt bewusst wahrgenommen, wie viel Energie dir selbst gerade zur Verfügung steht? -Wer beruflich viel mit Menschen arbeitet, richtet seine Aufmerksamkeit häufig nach außen. Du erkennst, was dein Gegenüber braucht, hörst aufmerksam zu und reagierst auf kleinste Veränderungen. Gleichzeitig kann es passieren, dass du deine eigenen Bedürfnisse immer weniger wahrnimmst. Oft fällt erst am Ende eines langen Tages auf, wie viel Kraft die verschiedenen Aufgaben tatsächlich beansprucht haben. Dabei wäre es wesentlich hilfreicher, bereits während des Tages zu erkennen, wann du Energie gewinnst und wann du mehr verbrauchst, als dir gerade zur Verfügung steht.
Wissenschaftlicher Einblick: Auch Arbeitsbedingungen zählen
Berufliche Entlastung hängt nicht allein davon ab, wie gut du persönlich für dich sorgst. Eine systematische Übersichtsarbeit mit 19 kontrollierten Studien und insgesamt 1.550 Ärztinnen und Ärzten untersuchte Maßnahmen zur Verringerung von Burnout-Belastung. Insgesamt zeigten sich kleine Verbesserungen. In einer Untergruppenanalyse fielen die Ergebnisse bei organisatorischen Maßnahmen günstiger aus als bei ausschließlich personenbezogenen Ansätzen. Für deinen Praxisalltag: Neben persönlichen Routinen verdienen auch Arbeitsmenge, Terminplanung und Unterstützung Aufmerksamkeit. Einordnung: Die Untersuchung bezog sich auf den ärztlichen Beruf. Die Ergebnisse lassen sich nicht uneingeschränkt auf alle therapeutischen Tätigkeiten übertragen; der Vergleich der Maßnahmentypen ist vorsichtig zu interpretieren. Quelle: Panagioti et al. (2017), JAMA Internal Medicine.
Selbstfürsorge bedeutet, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen
Stell dir vor, deine Hände fühlen sich trocken an. Wahrscheinlich greifst du ganz selbstverständlich zu einer Handcreme. Du kennst das Bedürfnis deiner Haut und weißt, was du tun kannst.
Bei unseren inneren Bedürfnissen ist das oft weniger eindeutig.
Was braucht dein Körper gerade? Welche Tätigkeiten geben dir Kraft? Wann wäre eine Pause sinnvoll und wann verfügst du über genügend Energie, um dich einer anspruchsvollen Aufgabe zu widmen? Sich bewusst um sich selbst sorgen zu können, setzt voraus, dass du diese Unterschiede überhaupt wahrnimmst. Genau darin liegt ein wesentlicher Aspekt der Selbstfürsorge.
Selbstfürsorge bedeutet nicht, ständig auf sich selbst konzentriert zu sein oder die Bedürfnisse anderer zurückzustellen. Vielmehr entwickelst du ein besseres Verständnis dafür, wie du mit deinen eigenen Ressourcen umgehen kannst.
Gerade wenn es dir schwerfällt, Grenzen zu setzen oder dir ausreichend Zeit für dich zu nehmen, kann diese innere Aufmerksamkeit eine wertvolle Grundlage für Veränderungen schaffen.
Was deine Zellen mit deiner Selbstwahrnehmung zu tun haben
Wie wir unseren Körper wahrnehmen, hängt wesentlich mit dem Nervensystem zusammen. Gehirn, Rückenmark und Nerven sind daran beteiligt, Informationen aus unserer Umgebung und aus dem Körperinneren aufzunehmen und zu verarbeiten.
Doch was bedeutet das für die Selbstfürsorge?
David Overbeck, Entwickler des Cell-Re-Active Trainings, stellt in diesem Zusammenhang eine interessante Frage: Wie gut kannst du eigentlich erkennen, was dein Körper gerade braucht?
Das Cell-Re-Active Training beschäftigt sich mit dem energetischen Zusammenspiel verschiedener Zellgruppen und setzt Impulse, um die körpereigenen Regulationsmechanismen zu unterstützen.
Dabei betrachtet das CRT-Training drei Bereiche, die für die persönliche Wahrnehmung und den Umgang mit den eigenen Ressourcen von Bedeutung sein können.
Das Nervensystem und die Eigenwahrnehmung
Im ersten Bereich steht die Zusammenarbeit der Zellgruppen des Nervensystems im Mittelpunkt. Ziel ist es, energetische Blockaden zu erkennen und die Selbstregulation zu unterstützen. Eine bewusstere Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse kann dir dabei helfen, dein Verhalten und deine Entscheidungen im Alltag zu reflektieren.
Das Organsystem und die Energiebereitstellung
Unsere Organe übernehmen wichtige Aufgaben bei der Verarbeitung und Bereitstellung von Energie. Im Cell-Re-Active Training wird deshalb auch das energetische Zusammenspiel der Organzellen betrachtet. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die synchrone Zusammenarbeit dieser Zellgruppen unterstützt werden kann, damit der Körper seine natürlichen Regulationsmöglichkeiten besser nutzen kann.
Das Muskel- und Meridiansystem und die Bewegungsfreiheit
Auch Muskeln, Gelenke, Sehnen, Bänder und Haut gehören zu einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Körperbereiche. Das CRT-Training richtet seine Aufmerksamkeit hier auf mögliche energetische Blockaden in Zellgruppen und darauf, die körpereigene Regulation zu fördern.
Diese drei Bereiche verdeutlichen den ganzheitlichen Ansatz des Cell-Re-Active Trainings: Wahrnehmung, Energiebereitstellung und Bewegung werden nicht isoliert betrachtet, sondern in ihrem Zusammenspiel.
Selbstfürsorge im Alltag beginnt mit bewussten Entscheidungen
Mehr Selbstfürsorge muss nicht bedeuten, deinen gesamten Tagesablauf als Therapeut umzustellen. Manchmal beginnt sie mit einer einzigen Frage: Tut mir das, was ich gerade mache, gut?
Vielleicht bemerkst du, dass du nach bestimmten Gesprächen besonders viel Ruhe brauchst. Vielleicht stellst du fest, dass dir Bewegung zwischen zwei Terminen neue Energie gibt oder dass du konzentrierter arbeiten kannst, wenn du dir bewusst Zeit für eine Pause nimmst.
Solche Beobachtungen helfen dir, deine persönlichen Bedürfnisse besser kennenzulernen.
Denn Selbstfürsorge gehört nicht nur in die Freizeit. Sie darf auch während deiner Arbeit ihren Platz haben.
Deine körperliche Gesundheit, dein persönliches Wohlbefinden und deine Fähigkeit, aufmerksam für andere da zu sein, verdienen dieselbe Wertschätzung, die du täglich deinen Klienten entgegenbringst.
Ein erfülltes Leben entsteht schließlich nicht allein dadurch, wie viel du für andere leistest. Entscheidend ist auch, wie gut es dir gelingt, deine eigenen Kräfte zu erhalten und deine Möglichkeiten zu entfalten.
Wissenschaftlicher Einblick: Kurze Pausen können entlasten
Auch kurze Unterbrechungen während der Arbeit können einen Unterschied machen. Eine Meta-Analyse wertete 22 unabhängige Stichproben mit insgesamt 2.335 Teilnehmenden aus. Untersucht wurden sogenannte Mikropausen von höchstens zehn Minuten. Sie zeigten im Durchschnitt kleine positive Effekte auf das Vitalitätsgefühl und verringerten Müdigkeit. Eine allgemeine Verbesserung der Arbeitsleistung war dagegen statistisch nicht eindeutig nachweisbar. Für deinen Praxisalltag: Kurze Pausen können Raum für Erholung schaffen. Sie müssen nicht mit dem Anspruch verbunden sein, anschließend noch mehr zu leisten. Einordnung: Die Studien untersuchten unterschiedliche Arbeits- und Aufgabenbedingungen, nicht speziell den Therapiealltag. Quelle: Albulescu et al. (2022), PLOS ONE.
Warum deine Selbstfürsorge auch deinen Klienten zugutekommt
David Overbeck verwendet dazu ein anschauliches Beispiel aus dem Flugzeug: Bei einem Druckabfall sollst du zuerst deine eigene Sauerstoffmaske aufsetzen, bevor du anderen hilfst.
Dahinter steckt ein einfacher Gedanke. Nur wenn du selbst ausreichend versorgt bist, kannst du auch für andere zuverlässig da sein.
Im therapeutischen Alltag ist das nicht anders: Wenn du deine Bedürfnisse wahrnimmst, bewusster mit deiner Energie umgehst und deine persönlichen Grenzen respektierst, schaffst du bessere Voraussetzungen, um deinen Klienten mit Aufmerksamkeit und Engagement zu begegnen.
Selbstfürsorge ist deshalb kein Gegensatz zu deiner beruflichen Verantwortung. Sie ist ein wichtiger Bestandteil davon.
Und vielleicht liegt genau hier eine neue Perspektive: Du musst nicht immer mehr leisten, um anderen mehr geben zu können. Manchmal beginnt eine positive Veränderung damit, dass du besser für dich selbst sorgst.
Selbstfürsorge lernen mit Cell-Re-Active Training
Wer andere Menschen begleitet, weiß, wie wertvoll Entwicklung und Veränderung sein können. Warum solltest du diese Möglichkeiten nicht auch für dich selbst nutzen?
Das Cell-Re-Active Training bietet dir einen Ansatz, dich bewusster mit dem energetischen Zusammenspiel deiner Zellgruppen und deinen persönlichen Ressourcen auseinanderzusetzen.
Als CRT-Trainer kannst du die Prinzipien des Trainings auch auf deine eigene Selbstfürsorge beziehen und dich damit beschäftigen, wie du deine körpereigenen Regulationsmechanismen im Alltag unterstützen kannst.
Denn deine Energie ist nicht nur für deine Arbeit wichtig. Sie ermöglicht dir auch, deine eigenen Wünsche, Ziele und Vorstellungen mit Freude zu verfolgen.
Nimm dir deshalb immer wieder Zeit für die Frage: Was brauche ich selbst, um mit Energie und innerer Stärke für andere da sein zu können?
Du möchtest dich näher mit dem Ansatz des Cell-Re-Active Trainings beschäftigen? Auf unserer Website findest du Informationen zu den Hintergründen und Möglichkeiten.
Wenn du dich für die Selbstanwendung interessierst, erfährst du auf unserer Heimtraining-Seite, wie das Cell-Re-Active Heimtraining aufgebaut ist.
Du bist für andere da. Nimm auch dich selbst in den Blick.
Unser kostenloses E-Book „Gesundheit funktioniert oft anders, als du denkst“ gibt dir 12 Impulse, um körperliche Signale bewusster wahrzunehmen und neue Perspektiven auf Schlaf, Energie, Stress und innere Balance kennenzulernen.
Melde dich zu unserem Newsletter an und erhalte das E-Book kostenlos. Nach Bestätigung deiner E-Mail-Adresse senden wir dir den Downloadlink. Du kannst dich jederzeit wieder abmelden.
Häufige Fragen zur Selbstfürsorge im Therapiealltag
Wie kann ich Selbstfürsorge lernen?
Beginne damit, deine Bedürfnisse während des Arbeitstages bewusst wahrzunehmen. Wann brauchst du Ruhe, Bewegung oder Abstand zu einem Gespräch? Plane dafür konkrete Zeitfenster ein und prüfe regelmäßig, ob deine Terminplanung ausreichend Raum lässt.
Können kurze Pausen zwischen Terminen helfen?
Kurze Unterbrechungen können Müdigkeit verringern und das Gefühl von Vitalität unterstützen. Sie garantieren jedoch keine höhere Arbeitsleistung und ersetzen keine längeren Erholungszeiten.
Reicht persönliche Selbstfürsorge bei beruflicher Überlastung aus?
Selbstfürsorge ist ein wichtiger Ansatzpunkt. Bei dauerhafter Überlastung sollten auch Arbeitsmenge, Terminplanung, Zuständigkeiten und Unterstützung im Team betrachtet werden. Berufliche Entlastung ist nicht allein eine persönliche Aufgabe.
Wissenschaftliche Quellen
Kurze Pausen, Vitalität und Müdigkeit
Albulescu, P., Macsinga, I., Rusu, A., Sulea, C., Bodnaru, A., & Tulbure, B. T. (2022). “Give me a break!” A systematic review and meta-analysis on the efficacy of micro-breaks for increasing well-being and performance. PLOS ONE, 17(8), e0272460.
Persönliche und organisatorische Maßnahmen bei beruflicher Belastung
Panagioti, M., et al. (2017). Controlled Interventions to Reduce Burnout in Physicians: A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA Internal Medicine, 177(2), 195–205.
Die Quellen unterstützen die allgemeinen Aussagen zu Arbeitspausen und beruflicher Entlastung. Sie untersuchen nicht die Wirksamkeit des Cell-Re-Active Trainings.
.png)


