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Biophotonen messen – wie Wissenschaftler das stille Licht des Lebens sichtbar machen

  • vor 1 Tag
  • 6 Min. Lesezeit
Biophotonen messen im Labor mit Photomultiplier und sichtbar gemachtem Zelllicht

Stell dir vor, du hältst deine Hand ins Dunkel – und weißt, dass sie in diesem Moment leuchtet. Nicht sichtbar für dein Auge, nicht spürbar für deine Haut und trotzdem real. Jede Zelle deines Körpers sendet in jedem Augenblick kleine Lichtsignale aus. Das klingt vielleicht nach einem poetischen Bild, ist aber ein messbares, wissenschaftlich belegtes Phänomen.


Biophotonen existieren. Wenn du noch einmal genauer verstehen möchtest, was Biophotonen sind, findest du hier eine einfache Erklärung. Die Frage ist nur: Wie misst man etwas, das so unglaublich leise ist?


Genau das schauen wir uns in diesem Artikel an. Was genau beim Biophotonen messen erfasst wird, welche Geräte dabei zum Einsatz kommen und warum dieses Messen so anspruchsvoll ist – all das bekommst du hier auf verständliche Weise erklärt.

Studienhinweis: Biophotonen sind Messbar Lebende Organismen senden messbare ultraschwache Lichtsignale aus, die mit empfindlichen Detektoren nachgewiesen werden können. Dieses Phänomen wurde in verschiedenen biologischen Systemen bestätigt. Quelle: Studie ansehen (Biophoton emission – Experimental Background and Theoretical Approaches)


Was genau wird bei der Biophotonen Messung erfasst?


Bevor wir uns den Geräten widmen, lohnt sich ein kurzer Blick auf das, was tatsächlich gemessen wird. Biophotonen sind einzelne Lichtteilchen – Photonen – im sichtbaren und nah-infraroten Spektrum, typischerweise zwischen 200 und 800 Nanometern Wellenlänge. Sie entstehen als Teil biochemischer Reaktionen in der Zelle, vor allem durch oxidative Prozesse in den Mitochondrien. Wenn du dir unsicher bist, wie diese Lichtsignale überhaupt entstehen, kannst du hier nachlesen, wie Biophotonen im Körper entstehen.


Was Forscher dabei konkret beobachten

  • Emissionsintensität: Wie viele Photonen pro Sekunde und Quadratzentimeter sendet eine Zelle oder ein Gewebe aus?

  • Spektrale Verteilung: In welchen Wellenlängenbereichen liegt das Licht – und was sagt das über die zugrunde liegenden Prozesse aus?

  • Zeitliche Muster: Verändert sich die Emission über Zeit – gibt es Rhythmen, Schwankungen, Reaktionen auf äußere Impulse?

  • Kohärenz: Ist das Licht zufällig verteilt – oder zeigt es geordnete, aufeinander abgestimmte Eigenschaften?


Die typischen Emissionswerte bewegen sich im Bereich von 10 bis einigen hundert Photonen pro Sekunde und Quadratzentimeter – je nach Gewebetyp und Zustand. Zum Vergleich: Tageslicht liefert grob 10 hoch 17 Photonen pro Sekunde und Quadratzentimeter. Biophotonen sind also buchstäblich am Rand des Messbaren – leise, aber vorhanden.


Studienhinweis: Der Körper "leuchtet" Die spontane Lichtemission des menschlichen Körpers steht in Zusammenhang mit metabolischen Prozessen und zeigt tageszeitliche Schwankungen. Quelle: Studie direkt bei PLOS ONE öffnen

Wie funktioniert die Biophotonen Messung technisch?


Biophotonen messen mit Photomultiplier: Darstellung der Photonendetektion und Elektronenverstärkung im Labor

Damit man dieses feine Signal überhaupt erfassen kann, braucht es ein Gerät, das auf einzelne Lichtteilchen reagiert. Das wichtigste Instrument in der Biophotonen-Forschung ist der sogenannte Photomultiplier – kurz PMT, von Photomultiplier Tube.


Er funktioniert nach einem Prinzip, das man sich gut vorstellen kann: Ein einzelnes Photon trifft auf eine lichtempfindliche Oberfläche – die Kathode und löst es ein einziges Elektron aus. Dieses Elektron trifft auf die nächste Stufe, löst dort mehrere aus, die wiederum weitere auslösen. Eine Kaskade entsteht und am Ende dieses Prozesses – durch mehrere sogenannte Dynoden hindurch – steht ein messbarer elektrischer Impuls.


Der Verstärkungsfaktor liegt dabei typischerweise zwischen einer Million und hundert Millionen. Aus einem einzigen Elektron wird ein Signal, das sich erfassen lässt.


Damit das Gerät nicht durch seine eigene Wärme gestört wird – denn auch thermische Prozesse erzeugen zufällige Signale, das sogenannte Dunkelrauschen – wird der Photomultiplier für präzise Messungen oft auf nahe minus 20 Grad Celsius gekühlt. Kälte beruhigt das System, damit das Signal der Zellen klarer hörbar wird.


Neben dem Photomultiplier kommen in modernen Labors auch gekühlte CCD-Kameras zum Einsatz. Sie ermöglichen etwas, das der PMT alleine nicht kann: eine zweidimensionale Karte der Lichtemission. Man kann so buchstäblich sehen, welche Bereiche eines Gewebeschnitts, einer Pflanze oder einer Zellkultur wie viel Licht aussenden.



Warum ist die Biophotonen Messung so anspruchsvoll?


Hier liegt die eigentliche Herausforderung. Die Signale sind winzig und überall lauern Störquellen, die das schwache Licht der Zellen überlagern können. Ein gutes Biophotonen-Labor ist deshalb eine Meisterleistung der Messtechnik – und ein Ort, der nach außen hin fast unscheinbar wirkt, innen aber sehr präzise aufgebaut ist.


Absolute Dunkelheit als Voraussetzung

Jeder noch so kleine Lichteinfall von außen – selbst durch eine kaum sichtbare Ritze – würde das Messsignal komplett überlagern. Biophotonen-Messungen finden deshalb in vollständig lichtdichten Messkammern statt, die oft zusätzlich in abgedunkelten Labors betrieben werden. Alles, was in die Kammer kommt, muss in absoluter Dunkelheit vorbereitet und platziert werden.


Temperatur und Störsignale kontrollieren

Jeder warme Gegenstand strahlt Infrarotphotonen aus: Der menschliche Körper, die Laborumgebung, sogar das Messgerät selbst. Damit diese Hintergrundstrahlung das Signal nicht überdeckt, arbeiten Biophotonen-Labors in temperaturkontrollierten Umgebungen – und kühlen, wie beschrieben, auch den Detektor aktiv.


Elektromagnetische Abschirmung

Smartphones, Bildschirme, Beleuchtungssysteme – all das erzeugt elektromagnetische Felder, die empfindliche Detektoren beeinflussen können. Hochwertige Labors sind deshalb elektromagnetisch abgeschirmt, oft durch sogenannte Faraday-Käfige, oder arbeiten mit spezieller Filterelektronik.


Dynamik lebender Zellen

Lebende Zellen reagieren unter anderem auf Temperaturwechsel, auf Sauerstoffgehalt, auf mechanischen Stress, somit ist das Biophotonen-Signal ist kein fester Wert, den man einmal abliest. Es ist ein lebendiger Prozess – und wer misst, muss unterscheiden können, was biologische Reaktion ist und was ein Messartefakt.


Welche Methoden gibt es beim Biophotonen messen?

Je nachdem, welche Frage beantwortet werden soll, kommen unterschiedliche Ansätze zum Einsatz.:


Single-Photon Counting

Die klassische Methode. Der Photomultiplier zählt einzelne Photonen über einen definierten Zeitraum. Das Ergebnis ist eine Emissionskurve – ähnlich einem EKG, aber für Licht. Diese Methode ist besonders geeignet, um zeitliche Muster, Rhythmen oder die Reaktion von Zellen auf Impulse sichtbar zu machen.


Biophotonen-Imaging mit gekühlter CCD-Kamera

Hier entsteht ein Bild. Eine zweidimensionale Karte der Lichtemission, die zeigt, wo auf einem Blatt, einem Gewebeschnitt oder einer Zellplatte die Aktivität am stärksten ist. Diese Methode ist besonders wertvoll in der Pflanzenwissenschaft und in der Krebsforschung.


Spektrale Analyse

Mit optischen Filtern oder Spektrometern wird analysiert, in welchen Wellenlängenbereichen das Licht emittiert wird. Da unterschiedliche biochemische Reaktionen unterschiedliche Wellenlängen erzeugen, lässt sich so auf die Herkunft des Signals schließen – ein Fenster in die biochemischen Abläufe der Zelle.


Was verrät die Biophotonen Messung – und was nicht?


Auch hier ist es wichtig, ehrlich zu bleiben. Die Biophotonen-Messung ist ein leistungsfähiges Werkzeug – aber kein Allheilmittel der Diagnose. Um diese Ergebnisse richtig einordnen zu können, hilft es, die Bedeutung von Biophotonen im Körper genauer zu verstehen.


Was heute schon messbar ist

  • Frische Lebensmittel emittieren stärker und geordneter als verdorbene. Erste industrielle Anwendungen zur Qualitätsprüfung existieren bereits.

  • Krebszellen zeigen veränderte Emissionsmuster im Vergleich zu gesundem Gewebe. Ob das diagnostisch nutzbar wird, wird aktiv erforscht.

  • Pflanzen unter Stress – durch Hitze, Trockenheit oder Schädlinge – verändern ihre Emission messbar, bevor äußere Symptome sichtbar werden.

  • Regenerierendes Gewebe zeigt andere Muster als ruhendes – ein mögliches Fenster für die Wundheilungsdiagnostik.


Was die Forschung noch nicht beantworten kann

Die direkte Messung am lebenden Menschen ist extrem schwierig, da Haut, Fettgewebe und Blut die schwachen Signale absorbieren, bevor sie den Detektor erreichen. Auch fehlt bisher eine einheitliche Standardisierung – verschiedene Labors arbeiten mit unterschiedlichen Geräten und Auswertungsverfahren, was den Vergleich von Studien erschwert.

Studienhinweis: Biophotonen entstehen in der Zelle Biophotonen entstehen im Zusammenhang mit oxidativen Stoffwechselprozessen und reaktiven Sauerstoffspezies (ROS). Quelle Jetzt bei Pubmed lesen

Wohin entwickelt sich das Biophotonen messen?


Biophotonen messen der Zukunft mit tragbarem Scanner und hochauflösender Zelllicht-Analyse im medizinischen Einsatz

Die Technologie wird besser. Supraleitende Einzelphotonenzähler – sogenannte SNSPDs – erreichen eine Empfindlichkeit, die noch vor wenigen Jahren undenkbar war. Neue Bildgebungsverfahren erlauben es, Biophotonen in immer höherer räumlicher und zeitlicher Auflösung darzustellen.


Erste Prototypen für tragbare Messgeräte – etwa zur Wundheilungskontrolle – werden bereits entwickelt, es ist nicht ausgeschlossen, dass die Biophotonen-Messung eines Tages so selbstverständlich wird wie ein Blutbild. Ein Werkzeug, das zeigt, was sich noch nicht in Symptomen, aber bereits in den inneren Abläufen des Körpers verändert hat.



Was bedeutet Biophotonen messen wirklich?


Biophotonen messen ist kein triviales Unterfangen, denn es braucht absolute Dunkelheit, gekühlte Hochpräzisionsdetektoren, abgeschirmte Räume und eine sehr sorgfältige Auswertung. Und doch lohnt sich die Mühe.


Denn das Licht, das lebende Zellen aussenden, erzählt eine Geschichte – über ihren Zustand, ihren Rhythmus, ihre Art zu kommunizieren. Jede Verbesserung der Messtechnik ist ein weiterer Schritt, diese Sprache besser zu verstehen.


Vielleicht ist das der schönste Gedanke dabei: Dein Körper sendet ununterbrochen Signale. Nicht laut, nicht dramatisch – sondern leise, beständig und präzise. Die Wissenschaft lernt gerade, zuzuhören.


FAQ – Biophotonen messen


Was versteht man unter Biophotonen messen?

Biophotonen messen bedeutet, die extrem schwachen Lichtsignale zu erfassen, die lebende Zellen als Teil ihres Stoffwechsels aussenden – mit hochempfindlichen Detektoren wie dem Photomultiplier.

 

Warum ist die Biophotonen Messung so schwierig?

Weil die Signale extrem schwach sind und jede äußere Lichtquelle, Wärme oder elektromagnetische Störung das Ergebnis verfälscht. Absolute Dunkelheit, Kühlung und Abschirmung sind notwendig.

 

Kann man die Photonenausstrahlung messen am lebenden Menschen?

Direkte Messungen am lebenden Menschen sind technisch sehr anspruchsvoll. Die meisten Studien arbeiten mit Zellkulturen, Gewebeschnitten oder Pflanzen. Die Forschung in Richtung In-vivo-Anwendungen ist jedoch aktiv.


Quellenverzeichnis - Wissenschaftliche Studien zu Biophotonen

 
 

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